Protokoll

Termin: Samstag, 27. September 2008, 11.00 bis 14.00 Uhr

Ort: Behindertenwerkstatt Minerva, Visselhöveder Str. 2B, 29614 Soltau

Teilnehmer: xx

Der Sozialpsychiatrische Dienst und die Angehörigengruppe vor Ort

Vortrag 1:

Herr Sumfleth, Leiter eines Sozialpsychiatrischen Dienstes

(Landkreis Soltau-Fallingbostel)

Einführung:

1. Früher war der Wunsch der Kranken in jedem Fall Weihnachten zuhause zu sein, als er noch vor einigen Jahren in Lüneburg gearbeitet hat. Im städtischen Umfeld will der Erkrankte zu dieser Zeit lieber in der Klinik sein. Ursachen für den Trend liegen in der Familie.

2. Das Bild der Psychiatrie in den Medien - es ist ein falsches Bild:

Fernsehen*

Psychiater hilft dem Kranken und der Kranke bekommt sein Leben "in den Griff". Das Fernsehen vermittelt das Bild, dass der Patient in Umfeld Klinik/Psychiater der Abhängige ist.

3. Der SPD ist nach dem Psych. KG § 6 Abs. 6 - auch für die Angehörigen der Erkrankten verantwortlich.

4. Die Beziehung der Angehörigen zum SPD ist geprägt durch:

- Schuld/Ursachen (zehrt die Kraft der Angehörigen für die Vergangenheit und nimmt ihnen die Kraft für die Zukunft)

- Scham

- Stigma

- Ohnmacht (ausgeliefert dem Apparat)

- Arbeit des SPD wird als Einmischung empfunden

- Ambivalenz - Zwiespalt - Willen zur Veränderung/Scheu davor

- Gesetzliche Rahmen - Persönlichkeitsrecht/Schweigepflicht

Der Kranke soll die Ärzte möglichst von der Schweigepflicht entbinden, dadurch ist es möglich, dass die Angehörigen mehr in den Prozess der Genesung/Hilfe/Unterstützung mit eingebunden werden können.

Die Zusammenarbeit Angehörige SPD ist abhängig von:

- Familiärere Vorerfahrung der Angehörigen

- Angst/Gleichgültigkeit des Angehörigen gegenüber dem Kranken

- Angehörige ist oft Teil des Wahnsystems, er ist in die Krankengeschichte eingebunden

- Selbstorganisation des Angehörigen (Angehörigenarbeit)

- Räumen der Begegnung Zwischen Angehörigen und SPD (Tagungen oder Teestube)

5. DISKUSSION

Mündigkeit und das Wissen der Angehörigen

Vorschlag Herr Sumfleth:

Forderungen der Angehörige an die Kranken evtl. "Du kommst erst nachhause, wenn Du die Ärzte von der Schweigepflicht entbunden hast", damit ein Trialog zwischen Angehörigen, Patienten Ärzten, Wohnheim SPD usw. möglich ist Antwort der Angehörigen: Vorsicht ist geboten, wenn Bedingungen den Erkrankten gestellt werden.

Herr Sumfleth:

Gesetz der Unterbringung:

- Gefährdung muss akut sein, die Gefahr gegenwärtig

- Tätliche Angriffe auf die Eltern ist immer ein Ausdruck einer seelischer Störung

Ziel * Im Vordergrund sollte immer die Erhaltung und Verbesserung der Beziehung der Angehörigen/Kranken stehen.

Frau Wulfhorst

(Fachkrankenschwester und Gruppentherapeutin, tätig im SPD Soltau)

- Angehörigengruppe Soltau besteht seit 1987

- Professionell geleitete Gruppe

- Die Mitglieder haben einen überwiegend guten Kontakt zum SPD

- Schwerpunkt der Gruppenarbeit ist die Abgrenzung der Angehörigen gegenüber Ihren Patienten d.h., dass sie auch noch ein eigenes Leben führen können.

Weitere Diskussion:

- Angehörigenvertretung im sozialpsychiatrischen Verbund in Soltau, sie trifft sich 2 - 4 im Jahr (Zusammenarbeit geregelt in der Geschäftsordnung).

- Tätigkeit ist für seelisch Behinderte und Abhängige

- Versorgung des Landkreises mit Psychiatern, es ist nur ein Psychiater tätig

- Die Behandlung der kranken wird in großen Teilen von der Institutsambulanz des Kreiskrankenhauses Walsrode abgedeckt. Dort können aber nur Patienten hin, die Stationär waren und nicht über längere Zeit "wartezimmerfähig" sind.

- Es wird angemerkt, dass das Gespräch eines Arztes mit seinem Patienten am schlechtesten honoriert wird.

- Frage: zum Kontakt der Angehörige und SPD

- Bei Sucht wird keine gerichtliche Betreuung eingerichtet

- Es steht immer die Frage, sind die Bedürfnisse des Kranken abgedeckt, steht ausreichend Hilfe und Unterstützung zur Verfügung - Anmerkung in der Regel wollen Erkrankte oft keine Hilfen und Unterstützung

- Was kann der Arzt für Hilfen den psych. Kranken verordnen?

- Es besteht ein Rechtsanspruch auf die gesetzlichen Leistungen des TRTIALOG (Wohnheim) und MINERVA (Behindertenwerkstatt). Anm. Behindertenwerkstatt MINERVA trägt sich selbst.

Es war eine sehr interessante und anregende Konferenz. Wir bedanken uns bei dem Veranstalter, der Familie Wulf aus Walsrode und der MINERVA, die Räume zur Verfügung stellte.



Verteiler:

Mitglieder der AANB,

Ansprechpartner unserer Mitgliedsgruppen und -vereine

August 2008

Liebe Mitglieder,

hiermit laden wir Sie sehr herzlich zu unserer dritten Konferenz in 2008 ein.

Ratsuchenden Angehörigen empfehlen die Mitglieder der Telefonbereitschaft unserer Arbeitsgemeinschaft immer zwei besonders hilfreiche Kontakte: den zuständigen Sozialpsychiatrischen Dienst und die Angehörigengruppe vor Ort.

Die Leiter der Angehörigengruppen müssen die verantwortlichen Mitarbeiter des zuständigen Sozialpsychiatrischen Dienstes kennen und bei Bedarf schnell Unterstützung bekommen. Das kann nur gut gehen, wenn die Angehörigengruppe im Bewusstsein der Profis einen entsprechenden Stellenwert einnimmt.

Über dieses Thema wollen wir am 27. September mit dem Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes, Suchtberatungs- und Behandlungsstelle für den Landkreis Soltau-Fallingbostel der AWO Trialog gGmbH, Herrn F. Sumfleth, sprechen.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Rose-Marie Seelhorst,

Vorsitzende

Tagesordnung

11.00 Uhr Begrüßung und Einführung in das Konferenzthema, Rose-Marie Seelhorst, Vorsitzende

11.15 Die Beziehung zwischen dem Sozialpsychiatrischen Dienst und den Angehörigen

Für schnelle Hilfe in psychiatrischen Krisen ist der Sozialpsychiatrische Dienst zuständig (NPsychKG). Die Verantwortung und Organisation der nötigen Unterstützung bei der Bewältigung des Alltags psychisch kranker Menschen liegt sehr oft ausschließlich bei den Angehörigen. Wie sieht es mit der Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern des Sozialpsychiatrischen Dienstes und den Angehörigen aus? Gibt es einen "heißen Draht" zwischen dem SpD und der Angehörigengruppe vor Ort?

Herr Sumfleth, Leiter eines Sozialpsychiatrischen Dienstes (Landkreis Soltau-Fallingbostel ) wird über seine Erfahrungen mit betroffenen Angehörigen und der Selbsthilfegruppe Soltau berichten.

12.30 Pause

13.00 Wie sieht es bei den Teilnehmern zu Hause aus? Gibt es dort eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Sozialpsychiatrischen Dienst und den Angehörigen, bzw. der Angehörigengruppe? Wie könnte die Zusammenarbeit verbessert werden?

14.00 Verabschiedung der Teilnehmer

Moderation: Helmut Wulf, Soltau

Protokoll:

Die Standortbeschreibung erhalten Sie mit der Bestätigung Ihrer Anmeldung.

Der Unkostenbeitrag beträgt 6 € und ist erst in Hannover zu entrichten.

Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit bei der Niedersächsischen Ministerin für Frauen, Arbeit und Soziales für die finanzielle Förderung unserer Konferenzen und Tagesveranstaltungen bedanken.