Mitgliederkonferenz der AANB am 12.04.2008 in Bremen

Protokoll

Protokoll der Mitgliederkonferenz in Bremen am 12.April 2008

Thema: Bei welchen Problemen kann eine Beschwerdestelle helfen ? - Erfahrungen aus Niedersachsen und Bremen werden vorgestellt und mit uns diskutiert.

Frau Seelhorst begrüsste die Teilnehmer und sprach dabei auch von dem Mut der dazu gehört, sich an eine Beschwerdestelle zu wenden, zumal man vorher nie weiss ob es von Nutzen sein wird. Nach dieser Begrüssung übernahm Frau Bauer die Moderation.

Als erster Referent erhielt Herr Gundlach aus Hannover das Wort.

Herr Gundlach stellte dann das Konzept und die Arbeitsweise der Beschwerdestelle in Hannover vor.

In Hannover gab es keine Vorurteile, im Gegenteil, der sozialpsychiatrischer Verbund stand voll hinter diesem Projekt.

Die Beschwerde - oder auch Ombudsstelle arbeitet ehrenamtlich, unparteiisch und stets mit mehreren Personen. Es müssen verschiedene Argumente abgewogen werden, Aufwand – Kosten; wird es eine zufriedenstellende Lösung geben? Ist die Beschwerde schriftlich eingegangen? Mündliche und anonyme Beschwerden lassen sich nicht bearbeiten.

Eine Beschwerde ist immer eine Klage gegen ein Unrecht, und soll eine bestimmte Situation verbessern. Z.B. gibt es gibt es nur wenige Kliniken in denen eine medikamentöse Behandlung abgelehnt werden kann. Häufig werden die Angehörigen als störend empfunden.

Die Einmischung von Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen wird immer häufiger.

Wie ist es in Hannover zu einer Beschwerdestelle gekommen?

Die Verwaltung informierte über die Einrichtung, nachdem verschiedene Gremien sich damit befasst hatten. Alle Einrichtungen und Gremien arbeiten mit der Beschwerdestelle zusammen.

Der finanzielle Aufwand ist gering, die anfallenden Auslagen wie Fahrgeld werden erstattet.

Die Zusammensetzung der Beschwerdestelle wurde durch den sozialpsychiatrischem Dienst vorgenommen ( neutral, rechtskundig, Einfühlungsvermögen etc.). Zu Beginn war die Kommunikation etwas schwierig.

Zunächst mussten die Vorarbeiten geleistet werden. Es wurde eine Geschäftsordnung erarbeitet und natürlich auf dem ersten Treffen auch festgelegt, wie gearbeitet werden soll. Dann wurden die Fragen der Zuständigkeit, des Datenschutzes, der Postadresse u.a. geklärt.

Die Beschwerden müssen zeitnah und zügig bearbeitet werden, nur Beratungsstellen reichen nicht aus, es müssen Lösungen gefunden werden.

In Hannover arbeiten zur Zeit 5 Mitglieder mit.

Die Verbreitung und Bekanntmachung der Beschwerdestelle wurde durch Flyer und Poster in allen Einrichtungen unterstütz.

Vor allem musste innerhalb der betroffenen Menschen um Vertrauen geworben werden.

Gespräche werden immer unter sechs Augen geführt. Dabei geht es u.a. auch um zügige Bearbeitung , Klärung des Sachverhaltes, Einschüchterung und Repressalien.

Seit 2005 gab es 60 Fälle, die von den verschiedensten Personenkreisen kamen: Pfleger, Betreuer, Psychiatrieerfahrenen und Angehörigen.

Herr Gundlach sieht die Tätigkeit als sehr wichtig an, und in der Fragerunde kam dieses auch von den Teilnehmern so rüber.

Wir haben einen guten Eindruck von der Beschwerdestelle Hannover bekommen.

Im folgendem Verlauf der Konferenz wurde die Information zur Beschwerdestelle Braunschweig verlesen, die Frau Wiedemann uns geschickt hat, da sie aus Krankheitsgründen nicht selbst teilnehmen konnte.

Dieser Bericht befindet sich im Anschluss von diesem Protokoll.

Nach der Pause wurde Frau Münzer von Frau Bauer begrüsst, die von der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland“ kommt und in der Beratungsstelle Bremen – Nordniedersachsen tätig ist. Diese arbeitet seit 1979. In Bremen gibt es den Gesundheitsladen. Gearbeitet wird als Patientenvertretung und mit Öffentlichkeitsarbeit. Es sind 4 Organisationen beteiligt: BAG, Behindertenrat, DAG Selbsthilfe und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Patientenstellen.

Beim Zulassungsausschuss für Psychotherapeuten gibt es Wartezeiten. Es werden auch nur Vollzeitstellen zugelassen.

Seit 2001 gibt es überregionale Beratungsstellen. Zum Thema psychische Erkrankungen gibt es noch keine. Es wird nur Beratung angeboten, z.B. Wegweiserfunktionen, Versorgungs – mit Basisinformationen, Einzelhilfe.

Es gibt keine Hilfe zur Lösung von Unklarheiten.

Die einzelnen Stellen der UPD sind bundesweit miteinander vernetzt.

Am Schluss der Veranstaltung wird nochmals deutlich darauf hingewiesen, dass Beschwerdestellen über den sozialpsychiatrischen Verbund eingefordert werden sollten, was sicherlich auf dem flachen Land schwierig sein kann.

Ausserdem kommen nur Einrichtungen in Frage, die versuchen Lösungen und Verbesserungen anbieten.

Gerd Kück Protokollführer im April 2008